ÜBER UNS

Architekturwerkstatt Vallentin

 

GERNOT VALLENTIN
1962 geb. in Kaufbeuren/Bayern
1991 Diplom an der TU München
1991 bis 1993 Projektleiter beim Büro Prof. Schiedhelm in Berlin
1993 eigenes Büro in Erding
1994 Mitgründer des Vereins ENERGIEWENDE Kreis Erding e.V.
ab 1996 Büro zusammen mit Rena Vallentin in Erding, Kottgeisering, Dorfen


RENA VALLENTIN

1962 geb. in Haunstetten/Bayern
1994 Diplom an der Hochschule für Wirtschaft Berlin
ab 1996 Büro zusammen mit Gernot Vallentin in Erding, Kottgeisering, Dorfen

 

 

PASSIVHAUS  ALS  MINDESTSTANDARD

Der Passivhausstandard ist der energetische Mindeststandard all unserer Projekte. Das Berechnungstool PHPP wird dabei neben den notwendigen Wärmebrückenberechnungen im Büro selber durchgeführt, um eine möglichst große Selbstständigkeit bei den Entscheidungsfindungen zu behalten.

Durch die solare Architektur rückt der sommerliche Wärmeschutz deutlicher in den Fokus, um die Behaglichkeit unserer Gebäude sicherzustellen und zu erhöhen. Konsequent war dann die enge Einbindung der unmittelbaren Außenbereiche, insbesondere der Bepflanzungen und der Wasserflächen. Die Außenanlagenplanung ist mittlerweile ein fester Bestandteil unserer Arbeit.

Momentan entwickeln wir Behaglichkeitskonzepte, bei denen das (innere) Raumklima mit dem  Mikroklima der Außenanlagen eine Symbiose eingeht. Raum- und Technikkonzepte greifen hierbei ganz eng ineinander.  Die interdisziplinäre Planung schon in der Konzeptphase ist damit eine Selbstverständlichkeit. Als Ergänzung zum räumlichen Gestalten wird das Raumklima ebenfalls  „entworfen“.

 

Sehr früh wurde deutlich, dass die technischen Anforderungen und Lösungsansätze nicht die Fragen des Städtebaus, der Baukörpergestaltung und der Proportionen dominieren oder ersetzten können. Die Aufgabe ist vielmehr eine freie Gestaltung, bei der die technischen Anforderungen im Einklang stehen (siehe „Wege zu einer freien Gestaltung von kostengünstigen Passivhäusern“ G. Vallentin, PHT Bregenz 2007). Es gibt dabei sehr wohl einen (allerdings manchmal etwas steinigen) Weg, um trotzdem die physikalischen Grenzwerte von energetisch hochwertigen Standards einzuhalten. („Vom Fastpassivhaus zum Passivhaus“, G. Vallentin, PHT Dresden 2010). Die genaue Kenntnis der entscheidenden Stellschrauben ermöglicht eine sehr große Freiheit bei der Gestaltung. Diese Freiheit nutzt unser Büro für die Entwicklung von skulpturalen Raumkonzepten (siehe Kinderhaus Montessori in Erding 2009 bis 2012, Wettbewerb Ottobrunn 2011, etc.).

 

PROJEKTE IM AUSLAND

Wir akquirieren unsere Projekte weitgehend aus geladenen Wettbewerben und Planungsgutachten. Neben einem stark regionalen Bezug unserer Projekte (im Raum München) ist man aber mittlerweile auch im  Ausland auf unser Büro aufmerksam geworden. Hierbei ergeben sich nunmehr andere Formen der Projektabwicklung, da unser Büro dazu  selbstverständlich Kooperationsbüros benötigt, die alle nötigen Abwicklungen vor Ort bis zur Bauleitung übernehmen.

Die Arbeiten im Ausland (siehe Jugendhaus in Goesan/ Korea und Wohngruppe mit Reihenhauszeile ANTS in Estland) haben unser Verständnis für unterschiedliche Kulturen, aber auch deutlich andere Klimate verstärkt. Rückwirkend schärft dies aber auch, das Umgehen mit unserem mitteleuropäischen Klima. Die Auswirkungen für die Gestaltung und Konzeption der Gebäude sind eklatant.

Das kalt- feucht– heiße Klima in Korea und das arktische Klima in Estland führen definitiv zu anderen Gebäuden, wenn man klimagerecht baut. Natürlich beeinflussen aber auch die unterschiedlichen Baukulturen die Konstruktion und die gesamte Abwicklung der Projekte.

 

LOW BUDGET  ALS  PASSIVHAUS

Nachdem viele der Projekte mit Bauherren zusammen umgesetzt wurden und werden, die nicht so große finanzielle Ressourcen vorweisen, haben wir ausgereifte Strategien zur Kostenreduktion entwickelt müssen. Passivhäuser und Passiv-Plus-Energiehäuser können stellenweise ohne Mehrkosten fertig gestellt werden (siehe Montessorischule in Aufkirchen), oder sogar die anrechenbaren Kosten nach Förderrichtlinien unterschreiten (siehe Kindergarten Langenpreising, Kinderkrippe Lengdorf). Einige Einfamilienhäuser konnten ebenfalls extrem günstig im Passivhausstandard umgesetzt werden. Der Begriff „Low Budget“ wird deswegen im Zusammenhang mit unseren Gebäuden verwendet (siehe „Neue Low Budget Häuser“, Th. Drexel 2010, „Gebaute Passivhäuser Nichtwohngebäude, TU Darmstadt, Prof. M. Hegger 2011).
Bei den meisten Projekten ist aber mit Mehrkosten zu rechnen. Um eine klare Quantifizierung  der Kosten vorzunehmen wenden wir schon seit  längeren Gesamtkostenvergleiche und Gesamtkostenberechnungen an.

Diese Vergleiche werden allerdings auch bei dem Einsatz unterschiedlicher Materialen und Konstruktionen zur Entscheidungshilfe herangezogen (z.B. Kindergarten Langenpreising).

 

PROTOTYP ENTWICKLUNG

Unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit haben die Prototypentwicklung für Einfamilienhäuser, Reihenhauszeilen und  ein Kunstdepot zusammen mit einer privater Wohnungsbaugesellschaft aus München stattgefunden. Erfolgreich wurden im Bereich des Wohnungsbaus schon mehrere Projekte im Passivhausstandard (siehe Passivhausvilla, Wohnanlage in Poing/ Am Bergfeld und Poing/  Im Zauberwinkel) fertig gestellt und nunmehr ist auch eine Wohnanlage im Passiv-Plus-Energiebaustandard (siehe Wohnanlage Schrämelstarße) in Planung. Hierbei soll ein umfassenden ökologisches Konzept umgesetzt werden, dass weit über die Anforderungen der Heizwärme hinausweist. Interessant ist das Außenanlagenkonzept, bei der ein ausgeglichen Mikroklima durch die Bepflanzungen und die Wasserflächen im öffentlichen und privaten Grün sich ergibt.

Als Prototypen werden ebenfalls die Gebäude in Estland geplant. Durch die extremen Klimabedingungen und den geringen finanziellen Spielraum sind dies spannende Projekte. Hierbei wird die Konstruktion und die Haustechnik zusammen mit der Universität in Tartu/ Estland entwickelt und auf die Verhältnisse in Estland abgestimmt.

Prinzipiell ist durch unsere Arbeit die Ressource Finanzen für uns mittlerweile ein wichtiger Baustein für die Nachhaltigkeit von Gebäuden.  Das Zusammenspiel von Ökologie und Ökonomie  ermöglicht erst die von unserem Büro angedachten Konzepte.

 

NACHHALTIGKEIT  UND  GESTALTUNG

Durch die Notwendigkeit einer Reaktion der Architektur auf den Klimawandel, haben wir in unserer Arbeit ein Konzept im Hinblick auf eine klimagerechte, ganzheitliche, prozessbegleitende Gebäudebetrachtung entwickelt. Hierbei werden die Schwerpunkte Nachhaltigkeit und Gestaltung behandelt – Nachhaltigkeit unter Berücksichtigung ökologischer und ökonomischer Aspekte. Gestalterische Gesichtspunkte werden durch die Entwicklung technisch/energetisch innovativer und auf Kultur, Natur und Behaglichkeit abgestimmter Entwurfs- und Detaillösungen verwirklicht.

Durch diese Arbeitsweise werden alle architektonischen, haustechnischen, bauphysikalischen und klimatischen Komponenten erarbeitet. Hinzu kommen Gesundheits- und Behaglichkeitsaspekte der Nutzer. Unsere Bauvorhaben werden in einem interdisziplinären Team von Fachplanern in einem gemeinsamen Prozess erarbeitet. Die Gebäude sind zum Teil als Forschungsprojekte anerkannt. Viele Gebäude haben das Zertifikat qualitätsgeprüftes Passivhaus des Passivhausinstitutes von Prof. Dr. Feist in Darmstadt erhalten.