Villa Park Spreti

Unweit der berühmten Berliner Galopprennbahn Hoppegarten befindet sich das ehemalige Gestüt des Grafen von Spreti. Dieses Gestüt wurde im Jahr von der Münchener Wohnungsbaugesellschaft Südhausbau Bauart GmbH  erworben und in den Jahren bis 2010 zu einem stimmungsvollen Wohnpark mit vielen architektonisch interessanten Wohnhäusern umgestaltet. Durch den achtsamen Umgang mit dem alten, hohen Baumbestand konnte der natürliche Charakter des Gestütes erhalten bleiben und in einen stilvollen Wohnpark umgewandelt werden, der den Bewohnen viel Grünflächen für Freiräume bietet.

Für den Entwurf war es wichtig, zur umgebenden Natur einen Bezug zu schaffen. Dazu zählt die Materialwahl Holz, die im Außenbereich als unbehandeltes Lärchenholz verwendet wird und die Idee, die Natur mit fließenden Übergängen ins Gebäude zu holen.

Über einen Holzsteg wird der Besucher von draußen in das Gebäude geleitet. Noch im Garten überquert er einen kleinen Gartenteich und gelangt so in den Eingangsbereich des Hauses, der von einem von Holstützen getragenen Obergeschoss überdacht wird.

Die vor dem Wohnbereich gelegene, abgesenkte Gartenterrasse schafft einen stufenlosen Wechsel vom Außen zum Innenraum. Durch die umrahmende Natursteinmauer in Sitzhöhe wirkt  sie wie ein „Zimmer im Freien“. Die Sitzmauern sind dem Garten ebenerdig angeglichen. Der Teich schließt sich in gleicher Höhe an.

Das Gartengeschoss scheint durch seine dunkle Fassadenbekleidung und seine vielen Verglasungsflächen in den Hintergrund zu treten. Diese Elemente sollen die Durchlässigkeit des Erdgeschosses betonen.

Überragt wird das Erdgeschoss von einem holzverkleideten Obergeschoss, das wie ein selbstständiger Baukörper zwischen den Bäumen und über dem Garten schwebt. Betont wird diese Wirkung durch eine homogene waagrechte Holzverkleidung. Auch im Obergeschoss sollen die Bewohner des Hauses einen Zugang zur Natur haben. So wurde eine großzügige Loggia geschaffen, die über die gesamte Südseite des Gebäudes reicht. Auch hier ist ein Zimmer im Freien“ entstanden, das von massiven Seitenwänden und einem Vordach geschützt die Verbindung von Innen nach Außen sucht.

Das Gebäude wird belüftet mit einem Lüftungsgerät mit Wärmerückgewinnung gemäß den technischen Anforderungen des Passivhausstandards. Die Frischluft wird an der Nordseite des Gebäudes angesaugt und über einen Erdwärmetauscher dem Lüftungsgerät zugeführt.

Im Lüftungsgerät wird die Frischluft mittels Wärmerückgewinnung durch die Abwärme der Fortluft vorgewärmt.

Die Wärmeerzeugung und die Warmwasserbereitung erfolgen im Haustechnikraum mit einer Gastherme mit Brennwerttechnik und einen Warmwasserspeicher mit Zirkulationsleitung. Als Heizfläche dienen Plattenheizkörper. Dadurch kann in allen Räumen die Temperatur individuell eingestellt werden.

Die  Passivhaus-Villa wurde als ein Prototyp für die Berliner/Münchener Wohnungsbaugesellschaft Südhausbau entwickelt.  Das Haus kann und soll auch an anderen Standorten errichtet werden.

Durch den freien Grundriss und die Erschließungsmöglichkeiten von drei Seiten ist eine Anpassung an andere Grundstücke gut möglich. Das Gebäude soll im Passivhausstandard beispielhaft Gestaltung und Technik in Einklang bringen. Mit seinem engen Bezug zum Außenraum und Garten soll dies auch von weitem sichtbar gemacht werden.